Erhöhung der AVV Tickets 2019 und wie Politik funktioniert

Heute hatte ich die Ehre im Mobilitätsausschuss unseren Sprecher Matthias Achilles zu vertreten. Ein Punkt im Ausschuss war die Anpassung der AVV Tickets für 2019. Kurz gesagt es gibt diverse Erhöhungen, im Schnitt 2,7%, weil es tarifbedingte Lohnerhöhungen gibt, Spritpreise steigen und die Landesregierung von CDU und FDP die Zuschüsse gesenkt hat. Welche Preise wie geplant steigen sollen kann man im Ratsinformationssystem nachlesen.

http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=19116

Meine Kritikpunkte: Ich habe kritisiert, daß man mit den Preisänderungen lediglich die Wirtschaftlichkeit der ASEAG weitergewährleistet und es kein Konzept gibt, wie man den ÖPNV qualitativ und preislich besser macht. Wir reden aktuell und den Luftreinhalteplan und eventuelle Dieselfahrverbote. Dabei lassen wir aber komplett aussen vor, wie man es schafft die Menschen weg vom Auto und hin zum ÖPNV zu bekommen.

Wie Politik funktioniert

Die CDU hat dann einen Änderungsantrag gestellt und dabei gefordert, die geplante Erhöhung für das Sozialticket von ursprünglich 90 Cent auf 45 Cent zu ändern. Die FDP konnte dem kompletten Konzept zu stimmen, da nach Marktgesetzen die Erhöhung nötig ist Die Grünen hätten gerne den City XL Tarif gesenkt und die Verwaltung aufgefordert mehr Geld bei Land und Bund zu beantragen. Dann der Auftritt der SPD. Man hätte gerne den ÖPNV ganzheitlich besprochen und mit etwas mehr Vorlauf. Aus diesem Grund sei man nicht in der Lage dem Konstrukt zuzustimmen und man sehe die Kritikpunkte am ÖPNV. Man werde sich aus diesen Gründen enthalten. Durch die Enthaltung der SPD passierte dann folgendes. CDU und FDP haben der Erhöhung zugestimmt. Die SPD (Koaltionspartner der CDU) hat sich enthalten und Grüne, Linke und Piraten haben dagegen gestimmt. Bedeutet: Die Erhöhung ist mehrheitlich beschlossen, die SPD kann sagen, sie habe die Erhöhung nicht mitgetragen. Sozial reden und bei der Chance zu handeln kurz ducken. Übrigens ist am Wochenende die Wahl zum/zur Städteregionsrat/rätin und die SPD hat noch Daniela Jansen in der Stichwahl. Bloß keine schlechte Presse machen!

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E-Sport in Aachen – Zwischen Seifenblase und Realität

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Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0)

Maxime FORT

 

Es ist nun knapp 5 Monate her, da haben Michael Sahm und ich einen gemeinsamen Antrag zum Thema E-Sport in Aachen verfasst. Seitdem ist viel passiert. Es gab die Gamescom, es gab einen Wahlkampf und die Verwaltung hat auf unseren Antrag reagiert.

Doch zunächst zurück. Im April reichen wir unseren Antrag ein. Es ist die Zeit, in der Alemannia mal wieder Insolvenz angemeldet hat und man sich die Frage stellt, was man mit dem Tivoli sonst noch so machen könnte. Nach ein wenig Internetrecherche stoßen wir auf die Stadt Glasgow. In Glasgow wird das Fussballstadion dazu genutzt, digitale Bildungsangebote zu nutzen, inklusive E-Sports. In unserem Wahlprogramm steht eh, wir wollen mehr den breiten Sport fördern, statt überwiegend Profisport. Wir schreiben also einen Antrag. Wir schreiben keinen Antrag nach dem Motto: „Macht mal E-Sport am Tivoli!“ – Nein, dafür sind wir nun zu lange im Geschäft. Solche Anträge bieten eine viel zu große Angriffsfläche und als kleine Oppositionsfraktion wäre das die Arbeit nicht wert. Also machen wir einen „Prüfauftrag“, die Verwaltung möge prüfen wo und wie man in Aachen E-Sport realisieren kann, zum Beispiel am Tivoli. So machen das Politikprofis nach 3 Jahren Erfahrung. #Verwaltungszwinkersmiley
Als nächstes kam die Presse und fand unseren Antrag interessant. Kommt bei der Lokalpresse in Aachen eher selten vor. #Reporterzwinkersmiley
Wir schreiben nun den Monat August. Die Gamescom startet. Im super Wahljahr für NRW ist das Chefsache, beziehungsweise CDU Sache. Die Kanzlerin Angela Merkel und der frischgekrönte NRW Ministerpräsident Armin Laschet eröffnen die Gamescom in Köln und überbieten sich mit Superlativen, wie toll E-Sports für Deutschland ist. Tagesschau und heute Journal berichten.
Frau Merkel zitiert sogar Schiller:“Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist und er ist nur dort ganz Mensch, wo er spielt!“

Ich sitze zu der Zeit auf den Färoer Inseln und halte nach Walen ausschau, als ich die Nachrichtensendungen verfolge. Da ich die Verwaltung kenne und ein ungutes Gefühl hatte, bat ich die Piraten vorort die positiven Beiträge zu sammeln. Kann man immer mal gebrauchen.

FDP esports

In der letzten Woche sind wir dann bei der Vorbereitung auf die Ausschüsse auf unseren Antrag im Sportausschuß gestossen. Leider sieht die Verwaltung E-Sports nicht als Sport  und sieht es maximal förderungsfähig durch die freien Kastemittel aus dem Bereich Kultur. Wenn man der Faktenlage der Verwaltung folgt kann man zu dem Schluss kommen, die haben ja recht. Kann man…

Aber…

Man kann auch sagen, die Verwaltung hat die Faktenlage sich so hingelegt, dass man zu dem Schluss kommt, es geht ja garnicht. Wie weit hat man denn über den Tellerrand geguckt? Wieviel Kreativität hat man denn einfliessen lassen? Und möchte man so etwas überhaupt in Aachen? Wir haben ja nur Wissenschaftsjahr, nennen uns Wissenschaftsstadt, Technologiestandort, Studentenstadt, Futurelab, Wissenschaftsbüro…
Was passiert eigentlich in anderen Städten? In der Stadt Kaarst gab es in der letzten Woche das sogenannte „Media Sport Battle“. Bei dem Event wurden E Sports und traditionelle Sportarten vorgestellt die Veranstaltung wurde von der Stadt Kaarst in Kooperation mit der Sportjugend Kreis Neuss, dem Spieleratgeber NRW und einigen Sportvereinen organisiert. Es geht also doch wenn man nur will. Die Stadt Aachen könnte zum Beispiel die Turnhallen für E Sports bereitstellen. Aber wo kein Wille da kein Weg! Das Problem bei der Lösung, der Verwaltung ist zu dem ein Weiteres. Sollte E-Sport nun durch die freien Kastemittel aus dem Kulturtopf gefördert werden, würde das bedeuten, daß die anderen Kulturinstitutionen weniger bekommen, was zu lasten der Kultur in Aachen gehen würde. Gg Verwaltung!

 

 

Links:

Aus Aachen:

Antrag der Piratenpartei zur Förderung des E-Sports in Aachen

Bericht Aachener Zeitung – Die Piraten wollen den Tivoli für E-Sport öffnen

Bericht Aachener Zeitung – Verwaltung will E-Sport nicht aus Fördertöpfen bedienen

Politik bei der Gamescom

Merkel und Laschet bei der Gamescom

Bericht aus dem heute Journal zur Gamescom

Bericht aus den Tagesthemen zur Gamescom

E-Sport generell:

Kicker.de – E-Sport wird olympische Disziplin

E-Sport-Debatte Warum E-Sport offiziell Sport sein muss

RP – „Media Sport Battle“ führt Nachwuchs an die Vereine heran