E-Sport in Aachen – Zwischen Seifenblase und Realität

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Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0)

Maxime FORT

 

Es ist nun knapp 5 Monate her, da haben Michael Sahm und ich einen gemeinsamen Antrag zum Thema E-Sport in Aachen verfasst. Seitdem ist viel passiert. Es gab die Gamescom, es gab einen Wahlkampf und die Verwaltung hat auf unseren Antrag reagiert.

Doch zunächst zurück. Im April reichen wir unseren Antrag ein. Es ist die Zeit, in der Alemannia mal wieder Insolvenz angemeldet hat und man sich die Frage stellt, was man mit dem Tivoli sonst noch so machen könnte. Nach ein wenig Internetrecherche stoßen wir auf die Stadt Glasgow. In Glasgow wird das Fussballstadion dazu genutzt, digitale Bildungsangebote zu nutzen, inklusive E-Sports. In unserem Wahlprogramm steht eh, wir wollen mehr den breiten Sport fördern, statt überwiegend Profisport. Wir schreiben also einen Antrag. Wir schreiben keinen Antrag nach dem Motto: „Macht mal E-Sport am Tivoli!“ – Nein, dafür sind wir nun zu lange im Geschäft. Solche Anträge bieten eine viel zu große Angriffsfläche und als kleine Oppositionsfraktion wäre das die Arbeit nicht wert. Also machen wir einen „Prüfauftrag“, die Verwaltung möge prüfen wo und wie man in Aachen E-Sport realisieren kann, zum Beispiel am Tivoli. So machen das Politikprofis nach 3 Jahren Erfahrung. #Verwaltungszwinkersmiley
Als nächstes kam die Presse und fand unseren Antrag interessant. Kommt bei der Lokalpresse in Aachen eher selten vor. #Reporterzwinkersmiley
Wir schreiben nun den Monat August. Die Gamescom startet. Im super Wahljahr für NRW ist das Chefsache, beziehungsweise CDU Sache. Die Kanzlerin Angela Merkel und der frischgekrönte NRW Ministerpräsident Armin Laschet eröffnen die Gamescom in Köln und überbieten sich mit Superlativen, wie toll E-Sports für Deutschland ist. Tagesschau und heute Journal berichten.
Frau Merkel zitiert sogar Schiller:“Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist und er ist nur dort ganz Mensch, wo er spielt!“

Ich sitze zu der Zeit auf den Färoer Inseln und halte nach Walen ausschau, als ich die Nachrichtensendungen verfolge. Da ich die Verwaltung kenne und ein ungutes Gefühl hatte, bat ich die Piraten vorort die positiven Beiträge zu sammeln. Kann man immer mal gebrauchen.

FDP esports

In der letzten Woche sind wir dann bei der Vorbereitung auf die Ausschüsse auf unseren Antrag im Sportausschuß gestossen. Leider sieht die Verwaltung E-Sports nicht als Sport  und sieht es maximal förderungsfähig durch die freien Kastemittel aus dem Bereich Kultur. Wenn man der Faktenlage der Verwaltung folgt kann man zu dem Schluss kommen, die haben ja recht. Kann man…

Aber…

Man kann auch sagen, die Verwaltung hat die Faktenlage sich so hingelegt, dass man zu dem Schluss kommt, es geht ja garnicht. Wie weit hat man denn über den Tellerrand geguckt? Wieviel Kreativität hat man denn einfliessen lassen? Und möchte man so etwas überhaupt in Aachen? Wir haben ja nur Wissenschaftsjahr, nennen uns Wissenschaftsstadt, Technologiestandort, Studentenstadt, Futurelab, Wissenschaftsbüro…
Was passiert eigentlich in anderen Städten? In der Stadt Kaarst gab es in der letzten Woche das sogenannte „Media Sport Battle“. Bei dem Event wurden E Sports und traditionelle Sportarten vorgestellt die Veranstaltung wurde von der Stadt Kaarst in Kooperation mit der Sportjugend Kreis Neuss, dem Spieleratgeber NRW und einigen Sportvereinen organisiert. Es geht also doch wenn man nur will. Die Stadt Aachen könnte zum Beispiel die Turnhallen für E Sports bereitstellen. Aber wo kein Wille da kein Weg! Das Problem bei der Lösung, der Verwaltung ist zu dem ein Weiteres. Sollte E-Sport nun durch die freien Kastemittel aus dem Kulturtopf gefördert werden, würde das bedeuten, daß die anderen Kulturinstitutionen weniger bekommen, was zu lasten der Kultur in Aachen gehen würde. Gg Verwaltung!

 

 

Links:

Aus Aachen:

Antrag der Piratenpartei zur Förderung des E-Sports in Aachen

Bericht Aachener Zeitung – Die Piraten wollen den Tivoli für E-Sport öffnen

Bericht Aachener Zeitung – Verwaltung will E-Sport nicht aus Fördertöpfen bedienen

Politik bei der Gamescom

Merkel und Laschet bei der Gamescom

Bericht aus dem heute Journal zur Gamescom

Bericht aus den Tagesthemen zur Gamescom

E-Sport generell:

Kicker.de – E-Sport wird olympische Disziplin

E-Sport-Debatte Warum E-Sport offiziell Sport sein muss

RP – „Media Sport Battle“ führt Nachwuchs an die Vereine heran

 

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One Response to E-Sport in Aachen – Zwischen Seifenblase und Realität

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