Nikolausviertel/Büchel Workshop

Büchel

Als Fraktion – das haben wir in den letzten Wochen gemerkt – werden wir zu wesentlich mehr Veranstaltungen eingeladen. Veranstaltungen, von deren Existenz wir trotz 5 Jahre Ratsmitgliedschaft rein nichts wussten. Jetzt kann man sagen: Wir waren eben unwissend oder nicht informiert oder auf der anderen Seite herrschte blanke Intransparenz. Die erste Veranstaltung an der wir teilgenommen haben, war der Workshop zum Nikolausviertel. Dieses Viertel ist besser bekannt als Büchelviertel oder aber als „der Bereich zwischen Mefferdatisstraße, Möbelhaus Matthes und Kleinkölnstraße“.

Diesen 1. Workshop, bei dem es um die Gestaltung eines ganzen Viertels ging, hatte die Stadtverwaltung organisiert. Es waren die Investoren vertreten, sowie jeweils ein Vertreter der CDU, der Linken und der Piraten. Das große Ziel des Workshops war es, einen Wettbewerb zu ermöglichen. Der sollte definieren, was genau mit dem Viertel passieren soll und welche Rahmenbedingungen dabei zu beachten sind. Der erste Workshop gliederte sich in mehrere Themenpräsentationen. Die Blöcke waren Archäologie, Verkehr, und Thermalwasser.

Archäologie:

Im Bereich des Büchelviertels gibt es sehr viele denkmalgeschützte Gebäude. Es wird als wichtig angesehen, dass man die Kleinteiligkeit, die Parzellisierung bewahrt und die vorhandenen Sichtbeziehungen, sowie den historischen Straßengrundriss bewahrt. Bei Tiefbauarbeiten ist damit zu rechnen, dass man auf jeden Fall auf archäologische Funde aus der Römerzeit trifft. In diesem Fall würden die Investoren dazu gezwungen sein, die Bauarbeiten sofort zu stoppen und auf eigene Kosten Fachfirmen zu beauftragen, die dann die Ausgrabungen vornehmen müssten. Von diesen Infos waren die Investoren wenig begeistert.

Verkehr:

Der Verkehr ist ein wichtiges Thema. Es wurden diverse Konzepte vorgestellt, wie der Verkehr laufen könnte. Die Konzepte, die vorgestellt wurden, waren noch Konzepte, die damals für die Bel Etage entwickelt wurden. Interessant bei den darauf folgenden Diskussionen war jedoch, dass die Investoren großen Wert darauf legen, dass man möglichst viel Straßenraum für den motorisierten Verkehr öffnet. So war beispielsweise eine Forderung, die untere Grosskölnstraße (jetzt Fußgängerzone) wieder für den Autoverkehr zu öffnen.

Eine Diskussion gibt es wohl aktuell zwischen Politik/Verwaltung vs. Investoren bezüglich der Parksituation. Fakt ist, dass das Parkhaus Büchel weg soll. Die Investoren würden gerne eine große Tiefgarage bauen oder anderweitig Parkplätze an gleicher Stelle schaffen. Man möchte sich jedoch nicht genau festlegen über wieviele und wie, da man den Wettbewerb möglichst offen gestalten möchte. Politik und Verwaltung würden sehr gerne eine dezentrale Lösung realisiert sehen und sind der Meinung, dass man die Parkplätze auch über die umliegenden Parkhäuser abfedern kann.

Thermalwasser

Thermalwasser ist ein wichtiges Thema in dem Viertel. Es gibt 4 Thermalquellen in dem Bereich. 2 Quellen sind ungenutzt. Problematisch wird es beim Bau einer Tiefgarage an der Stelle, da man durch die Thermalquellen schnell begrenzt ist. Ein weiteres Problem ist, dass das Grundwasser in dem Bereich nicht sehr tief ist. So liegt beispielsweise ein Kanal in der Antoniusstrasse teilweise im Grundwasser, so dass man dort nicht noch tiefer gehen kann. Im Zuge der Umbauarbeiten soll das bereits vorhandene Thermalwasserüberwachungssystem ausgebaut werden.

2. Workshop

Beim 2. Workshop wurde es dann etwas interaktiver. Geladen hatten diesmal die Investoren, und thematisch sollte es um Einzelhandel, Wohnen und Gastronomie gehen. Zunächst gab es 5 kleine Vorträge von externen Beraterfirmen aus dem Bereich Stadtentwicklung.
Alle Vorträge haben den Rotlichbezirk der Antoniusstraße kritisiert und eher als Schandfleck des Viertels bezeichnet. Aktuell würden die Fussgängerströme einen großen Bogen um den zentralen Innenstadtbereich machen. Das Viertel ist sehr isoliert, trotz attraktiver Lage.
Jeder Vortrag formulierte eigene Ideen, wie man das Viertel hip gestalten könnte und dort sogar ein „Szeneviertel“ etablieren könnte. Interessant war, dass ein Vortrag sogar die Option der Markthalle aufgegriffen hat und so das Viertel aufwerten wollte.

Im Anschluss an die Vorträge gab es dann den eigentlichen Workshop, bei dem es um Ideen sammeln und diskutieren ging. Dies geschah in 3 Gruppen mit den Hauptthemen Style, Parken und Prostitution, welche nach einer gewissen Zeit wechselten.

Was wird aus der Antoniusstrasse?

Die Investoren und Berater haben intensiv betont, dass eine Aufwertung mit Rotlichtviertel an der Stelle nur schwer vorstellbar ist. Auf der anderen Seite gibt es einen Ratsbeschluss, welche sich für den Verbleib des Rotlichtviertels an der Stelle ausspricht. Geplant ist, dass das Rotlichtviertel um rund ein Drittel verkürzt wird. Dies bedeutet jedoch keine Verkleinerung. Die Anzahl der Betten soll dabei gleich bleiben. Das wird bedeuten, dass man einige Häuser neubauen wird oder gar das Konzept eines Laufhauses umgesetzt wird.

Abschließend kann man sagen: Die Ergebnisse waren eine Art Brainstorming mit vielen Wünschen für das Viertel. Im nächsten Schritt wird nun die Verwaltung aus diesem Wunschkonzert einen Wettbewerb stricken. Ich hätte es interessant gefunden, in dem nächsten Schritt auch noch mitzuarbeiten oder gar diese Runde auch mit Bürgern zu organisieren. Man kann jetzt nämlich zusammenfassen, nette Idee, aber für wirkliche Beteiligung ist noch Luft nach oben.
Genauso wäre es informativ gewesen, alle Vorträge gesammelt zur Verfügung zu stellen, um so auch die Öffentlichkeit am Informationsfluss zu beteiligen.

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