Fanhearing „Fussball statt Angst“

Mr.Topf

 

Am 03.09.2012 fand im Düsseldorfer Landtag das Fanhearing zum Thema „Fussball statt Angst“ statt. Anlass der Veranstaltung, war das kürzlich von Innenminister Ralf Jäger vorgestellte Modell zu Verbesserung der Sicherheit in Fußballstadien. Sowohl Vertreter der Piratenfraktion im Landtag, als auch der AK Innenpolitik der Piratenpartei NRW hatten dieses Treffen initiiert. Ziel sollte es sein, denen eine Plattform zu bieten, die am meisten von den neuen Richtlinien betroffen sind und ihre Meinung dazu zu hören, die Fans.Unter den Teilnehmern waren Fanvertreter aus Aachen, Dortmund, Düsseldorf, Gelsenkirchen und Wuppertal. Die Diskussionsrunde wurde von der Piratenpartei sehr offen gestaltet. Alle 25 Teilnehmer saßen an einem runden Tisch. Es gab keine direkte Tagesordnung oder spezielle Themen, die die Gesprächsrunde strukturiert haben. Zur Einleitung warf F.Herrmann die Schlagzeile „Fangewalt bedroht Spieltagstermine“ in den Raum, wonach die Gesprächsrunde begann. Von Seiten der Fans wurde mehrfach berichtet, dass die offiziellen Statistiken, die die steigende Gewalt belegen sollen auch unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden müssen. Innerhalb der Statistiken wird nicht differenziert, woher die Gewalttaten kommen. So werden zum Beispiel auch jene in die Statistik mit aufgenommen, die durch übermäßige Polizeigewalt verletzt wurden, wie im Beispiel Hannover von 2011. Ein weiterer Faktor ist die stetig steigende Zuschauerzahl in der 1. und 2. Bundesliga, wodurch sich die Gewalttaten pro Zuschauer in den letzten Jahren eigentlich kaum veränderten. Heftigst wurde auch die Berichterstattung der Medien kritisiert, die das Bild der gewalttätigen Fußballfans sehr gerne sensationslastig ausschlachten und wenig Sachlichkeit an den Tag bringen. So wird beispielsweise immer wieder das Abbrennen von Pyrotechnik mit Gewalt gleichgesetzt.

Als weiteres, großes Problem wurde von den Fanvertreter herausgestellt, dass es von den offiziellen Institutionen einen enormen Mangel an Dialogbereitschaft gibt.Eso wurde von Gesprächen mit dem DFB Sicherheitsbeauftragten berichtet, mit welchem man einen konstruktiven Dialog bezüglich Pyrotechnik in Stadien geführt hat. Die Fans erklärten sich daraufhin bereit an den ersten Spieltagen der Saison auf das jegliches Abbrennen von Pyrotechnik zu verzichten, im Gegenzug sollten weitere Gespräche folgen, in denen dann das kontrollierte Abbrennen von Pyrotechnik thematisiert werden sollte. Leider wurde der Sicherheitsbeauftragte ausgetauscht und seitdem leugnet der DFB, dass die Gespräche jemals soweit gingen. Dumm nur, dass die Fanvertreter Protokolle bei den Treffen geführt haben. Dieses Verhalten hat natürlich die komplette Vertrauensbasis bei vielen Fans zerstört und viele sehen die Institutionen jetzt als nicht dialogbereit und gehen einen radikaleren Weg. Hier wurde ganz klar versäumt mit den moderateren Fans einen gemeinsamen Weg zu finden. Die weniger moderateren Fans sehen sich nach dem Vorfall natürlich in ihrer Haltung bestätigt und verweigern weiter ihre Mitarbeit.

In Zeiten der Kommerzialisierung des Fußballs haben die Fans mehr und mehr das Gefühl zum zahlenden Kunden zu werden, anstatt als mündiger Fan betrachtet zu werden, der auch Teil des Vereins ist und eine Meinung hat. Auf der einen Seite wird es sehr gerne gesehen, wenn man durch eine lebendige Fankultur eine bunte Kurve schafft, auf der anderen Seite ist es jedoch unerwünscht mit kritischen Spruchbändern seine Meinung zu äußern, oder auf Mitgliederversammlungen Vereinsposten mit Mitgliedern aus der Fanbasis zu besetzen. Besonders unangenehm wird es dann noch, wenn der Springerverlag eine Hetzkampagne gegen Kandidaten aus der Fanbasis ins Leben ruft und versucht die Kandidatur zu manipulieren, wie es 2008 beim HSV passiert ist.

Insgesamt kann gesagt werden, das Fanhearing war ein Erfolg. Es war ein guter Schritt von der Piratenpartei auf die Fans zuzugehen und das Gespräch zu suchen, anstatt Bevormundungspolitik zu betreiben, wie es von den anderen Instanzen gehandhabt wird. Man kann jedoch gespannt sein, wie die Fraktion der Piratenpartei weiter mit dem Thema umgehen wird und wie man sich letztendlich positioniert. Es ist nun geplant ein weiteres Treffen zu machen, bei dem zum Beispiel auch Vertreter von Polizei anwesend sind. Dazu ist noch geplant Feuerwehrmänner und Sprengstoffexperten einzuladen, um detailliert über Pyrotechnik zu sprechen. Lobend ist zu erwähnen, dass man bei den Abgeordneten der Piratenpartei offen und ohne Vorurteile zu dem Thema Pyrotechnik steht. To be continued…

Teilnehmer der Fraktion der Piratenpartei NRW:

Daniel Düngel

Frank Herrmann

Dirk Schatz

Torsten Sommer

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