Derby di Roma 2011/2012

Das diesjährige Derby wurde von den schweren Krawallen bei der Occupyrome Demonstration überschattet. Es stand lange zur Diskussion, ob man das Derby stattfinden lässt oder nicht. Am Ende hat man sich dazu durchgerungen, das Spiel stattfinden zu lassen. Mit Sicherheit hat auch der Gedanke eine Rolle gespielt, dass es aus Wut ebenfalls zu Krawallen kommen würde. Die Kartensituation hat sich diese Saison anders dargestellt, als sonst. Lazio hatte Heimrecht, somit war für die Roma Fans lediglich die Curva Sud und die Monte Mario Tribüne zugänglich. Zum Ärger der Tifosi waren die Karten für die Curva Sud im freien Verkauf innerhalb von einem Tag vergriffen, da Dauerkartenbesitzer ein Vorkaufsrecht genossen und so hatte man nur noch die Möglichkeit Karten für die Monte Mario Tribüne zu kaufen, welche 110 Euro für Vollzahler gekostet haben. Diese Preispolitik ist auch dafür verantwortlich, dass Fußball in Italien kein Volkssport mehr ist, zu dem man mit der Familie geht. Ich habe mir im Voraus eine Karte in der Curva Sud über einen Internetanbieter für 60 Euro gesichert, die normal 20 Euro gekostet hätte. Dies ist auch eine perverse Machenschaft im Fußball. Ticketagenturen kaufen Karten auf und verkaufen, diese dann zu überteuerten Preisen an Fans. Legalen online Schwarzmarkt nenne ich das.
Am Tag des Derbys machte man sich gegen 18Uhr in Richtung Olimpico. Nach der obligatorischen 30 Minuten Fahrt mit U-Bahn und Straßenbahn, erreichte man den hell erleuchteten Bereich, um das Olimpico. Die Brücken, die die römische Metropole und das Olimpico verbinden, durften nur zu Fuß überquert werden. Von der verstärkten Polizeipräsenz war jedoch nichts zu spüren. Vor den Bier und Imbissbuden am Obelisk, die traditionell in Roma Hand sind, hatten sich gegen 19 Uhr ca. 300 Roma Anhänger versammelt. Bis auf ein paar kleinere Scharmützel, bei denen ein Lazio Schal verbrannt wurde, war es sehr friedlich. Es wurde jedoch vergeblich versucht eine Gruppe zu mobilisieren, und in Richtung Polizei und in Richtung des Lazio Eingangs zu gehen. Nachdem eine kleine Gruppe mehrfach versucht hat, die Gruppe zu mobilisieren, hat sich die komplette Gruppe ins Stadion begeben. Im Eingansbereich der Curva Sud, wurden sehr harmlose Durchsuchungen durchgeführt, was erklärt wie die sehr Rauch lastige Pyrochoreo zustande gekommen ist. Aus der anderen Seite, scheint es wohl auch strengere Kontrollen gegeben zu haben, da mehrere Stadionverbote ausgesprochen wurden, gegen Tifosi, die versucht haben Pyrotechnik ins Stadion zu „schmuggeln“. Ein Tifoso wurde von der Polizei sofort verhaftet, da er versucht hat in seiner Socke ein Messer mit ins Stadion zu bringen.
Im Block angekommen, hat man sich dieses Mal in die Reihen der Fedayn Roma begeben. Die Fedayn gehören zu den ältesten Ultragruppierungen in Rom und bezeichnen sich selber als unpolitisch. Nach anfänglichen kritischen Blicken, fiel man recht schnell mit seiner Deutschen Sprache auf, was die Neugier der Ultras geweckt hatte und man schnell ins Gespräch kam. Man wurde sehr freundlich aufgenommen und nachdem die Ultras gemerkt haben, dass man sehr textsicher ist, was die Roma Hymnen angeht, waren sehr viele Sympathien gewonnen. Zu Beginn des Spiels gab es in der Curva Nord von Lazio eine Choreografie, die aus Fähnchen in den Außenblöcken und einer großen Fahne im Mittelblock bestand. Auf der Seite der Roma gab es eine schöne Choreografie mit Rauch in den Roma Farben. Kaum war der Rauch verzogen, stand es auch schon 1:0 für die Roma. Von der Stimmung war es eine sehr gute Performance der Curva Sud, in der 1. Halbzeit. In der 2. Halbzeit ebbte die Stimmung jedoch ab, was mit dem Ausgleich und der roten Karte zu erklären ist, aber nicht zu rechtfertigen. Das 2:1 durch Klose in der letzten Minute war natürlich ein Schlag ins Gesicht für die Roma und hat die Curva Nord in absolute Ekstase versetzt, nach 5 Derbyniederlagen in Folge. Negativ ist zu bewerten, dass nach wie vor antisemitische Gesänge zum Repertoire der Curva Nord gehören
Im Anschluss des Spiels zeichnete sich das gleiche Bild, wie vor dem Spiel. Etwa 100 Romanisti haben sich wieder gesammelt. Durch mangelnde Koordination konnte man sich jedoch nicht einigen, in welche Richtung man sich begeben soll, um zu den Lazio Anhängern zu kommen. Ein Teil der Gruppe splittete sich ab und ging über den Tiber und in Richtung Norden zur Milvio Brücke. Dort trafen die Romanisti dann auch auf Lazio Anhänger und lieferte sich eine Schlägerei, die aber wieder schnell beendet war, so dass die Polizei nur eine leere Brücke vorfand.

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