Sexier than the city – Phänomen Sex and the city für Männer

petesimon

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Der letzte Sex and the City Film hat über 400 Millionen Dollar eingespielt und damit mehr als die Kinoerfolge Ice Age, Top Gun, Mission Impossible III oder Twilight.  Also wer oder was macht Sex and the City so erfolgreich?

Als erstes müssen wir uns darüber klar werden was Sex and the City überhaupt ist und uns ein wenig mit der Geschichte auseinander setzen. Sex and the City debütierte 1998 als Serie in den USA. Die Serie besteht aus vier Freundinnen, die alle samt in New York City leben.

Unsere vier Hauptdarstellerinnen sind Carrie Bradshaw, Samantha Jones, Miranda Hobes und Charlotte York. Alle 4 Frauen sind zu Beginn der Serie Anfang 30 bis 40 und Single. Die vier Damen sind untereinander sehr eng befreundet und reden über Alles, an der Stelle liegt die Betonung auf “Alles. Doch kommen wir nun zu den Hauptprotagonisteninnen.

Carrie gespielt von Sara Jessica Parker:

Carrie Bradshaw ist die eigentliche Hauptdarstellerin. Die Serie wird aus der Sicht der Carrie erzählt und man begleitet Carrie dabei, wie Sie ihren Job als Kolumnistin ausübt. Carrie ist glamourös, niedlich und prinzessinenhaft.

Samantha Jones gespielt von Kim Catrall. Samantha ist obszön, schlagfertig, vorlaut und vulgär.

Miranda Hobes gespielt von Cynthia Nixon. Miranda ist sarkastisch, bieder, und kühl

Charlotte York gespielt von Kristin Davis. Charlotte ist romantisch, lieb und naiv.

Die Zusammenstellung der 4 Freundinnen ermöglicht eine Fülle an kontroversen und humorvollen Unterhaltungen. So spielt der Author wunderbar, des öfteren die liebe Charlotte mit ihrer naiven Art gegen die vulgäre Samantha aus, was ein unterhaltsames Feuerwerk ergibt. Ein weitere Erfolsfaktor ist die Tatsachen, dass alle 4 Frauen eher durchschnittlich aussehen und sich jede Frau vorstellen kann: „Hey die sind ja wie ich.“

Sex and the City ist im Prinzip ein modernes Märchen mit allen Elementen von denen Frauen träumen. Oder zumindest von allen Clichees von denen man annimmt, dass Frauen davon träumen, was es meiner Meinung zu einer ziemlich sexistischen Sache macht. Ich glaube nicht, dass Alice Schwarzer ein großer Fan der Serie ist, aber interessiert auch Alice Schwarzer..

Doch welche Elemente machen aus der Serie ein modernes Märchen.

Das  Prinzessinen Outfit:

Die vier Damen gehen natürlich ordentlich shoppen und natürlich nicht  bei Kik und C&A sondern bei den angesagtesten Designern in New York. Hier muss man erwähnen, dass das Productplacement wahnsinnig gut funktioniert und von Staffel zu Staffel zunimmt, so dass man jede Folge die Einkaufstüten der Designer, um die Ohren kriegt.

Das schöne Königreich:

Sex and the City spielt in den schönen Gegenden von New York City. Unsere “Mädels” oder besser gesagt angealterten Schicksen gehen nur in die angesagtesten Restaurants; Clubs und Cafes.

Die Suche nach dem Prinz

Im Gegensatz zu den altmodischen Märchen, in denen die Prinzessinnen auf Ihren Prinz warten, ist das Prozedere bei Sex and the City etwas  anders. Hier wird der Prinz aktiv gesucht und man darf auch mehrere ausprobieren. Man testet und analysiert den Prinzen bis ins kleinste Detail, fällt er durch geht man zum Prinzip der Heuschrecke über und sucht sich den Nächsten. Ist der auch nix geht man entweder wieder zurück, oder sucht sich den Nächsten. In der heutigen Zeit ist der Prinz nicht blaublütig, sondern generell einfach gleich Mann.

Und  wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute.

Dieser Satz wurde leider etwas umgebaut. So könnte man sagen:

“Und wenn sie sich nicht getrennt haben, dann bumsen sie noch heute” oder

“Und wenn sie sich getrennt haben, könnten sie trotzdem noch bumsen” oder

“Und wenn sie sich getrennt haben, bumsen sie schon längst wen anders” oder

“Und wenn sie sich nicht getrennt haben, bumsen sie auch wen anders”

Der Kinobesuch

Doch kommen wir nun zum absoluten Highlight meiner Recherche. Ich habe mich in die Höhle des Löwen gewagt. Ich war Freitagabend am Eröffnungswochende im Kino und habe mir Sex and the City 2 angeguckt und sehr interessante Erfahrungen gemacht. Zunächst  einmal ist es so, dass zu diesen Events eine Frauenquote von über 80% herrscht, was ja auch nicht verwunderlich ist. Was mich jedoch verwundert hat, war  dass es  sich überwiegend um Teeniegirlies handelte,  die ich eher in die Justin Bieber Zielgruppe eingeordnet hätte. Im  Foyer fiel mir sofort auf, dass es hier nicht nur um den Film geht, sondern auch um das eigene Aussehen. Hier wird der Kinoabend zum Fashionevent mit den Freundinnen und jeder darf mal Möchtegernglamourgirl spielen. Nicht jede Tussie ist gleich eine Stilikone, nur weil sie Highheels von Deichmann und eine gefälschte Louis Xuitton (Ich weiß es heißt Vuitton, aber manche Fälschungen sind so toll, dass das V ein X ist) Tasche trägt. Aber manche Frauen haben wohl den zwanghaften Drang, einmal auf einer Galashow aufzulaufen und so wird einfach aus dem Kinoabend eine Galashow for everybody gemacht.

Abseits der Justin Bieber Mädels haben wir natürlich noch diverse andere Gäste auf unserer „Gala“, die garantiert auf allen Galen (Galas ist anscheinend falsch, laut Rechtschreibprüfung) vor Ort sind, die parallel weltweit laufen. Wir haben das Mutter Tochter Dreamteam, wobei die Mutter ihrem verpassten Traum hinterher träumt und die Tochter noch weiter träumen darf, bis sie mit ihrer Mutter Sex and the City Teil 17 gucken darf. Und natürlich das extrovertierte schwulen Päarchen, dass lauter kichert wie alle Justin Bieber Girlies zusammen und sich dabei mit Popcorn füttert. Im Kino selber habe ich mich ein wenig diskriminiert gefühlt, nachdem der Eismann gefragt hat, ob noch eine der Damen Eis möchte.

Als  dann nun endlich der Film begann, konnte man die Spannung förmlich schmecken. Der Vorspann, der sehr von Glitzer geprägt ist wurde mit einem leichtem Kreischen und Pfiffen begleitet. Bei der 1. Totalen von Carries High Heels erfolgte leichtes Seufzen im Raum und man konnte förmlich spüren, wie sich die angeklebten Fingernägel in die Armlehnen bohrten.

Ein weiteres Highlight für mich war meine Sitznachbarin und die Beobachtung, wie sie auf den Film reagierte. Für mich als „Marketingexperte“ war es ein Genuss live zu sehen, wie  so ein Fan auf die Zahlreichen Productplacements reagiert. Und die Macher von dem Film, sowie die Marketingmanager der Modelabels  hätten sich wahrscheinlich stundenlang auf die eigene Schulter geklopft. Meine Sitznachbarin untermalte jedes Productplacement mit einem leichten emotionalen Seufzer. Dazu gab es dann noch das spannende Modelabelratespiel, sobald zum Beispiel die Krone von Rolex eingeblendet wurde, kam auch schnell zu dem Seufzer noch:  „Mmmhhhh Rolex, geil!“

Zum Film kann man objektiv sagen, die Handlung ist im Vergleich zur Serie mehr als dürftig und wie ein lang gezogenes Kaugummi. Man versucht aus einem 2 Din A4 Seiten Drehbuch 2 Stunden Film zu machen. Bei Sex and the City wird erfolgreich aus einer platten erfolgsgekrönten Serie 2 noch plattere und erfolgreichere Filme gemacht.

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